NaturFreunde

ProInsekt

© 

Neues Projekt der NaturFreunde Nordrhein-Westfalen widmet sich dem Insektensterben

Die NaturFreunde Nordrhein-Westfalen starten im November 2019 ein neues Projekt zum Thema Insektensterben, das NaturFreund*innen zum Mitmachen aufruft. Anlass ist der dramatische Rückgang der Anzahl von Insekten in Deutschland. Die Schwerpunkte des zunächst auf zwei Jahre angelegten Projektes werden Bildungsarbeit und praktische Aktionen sein.

Kein Summen mehr auf Blumenwiesen, keine Schmetterlinge mehr im Garten, keine Mücken mehr auf der Windschutzscheibe: Die drastischen Bestandseinbrüche bei Insekten sind nicht mehr zu übersehen. Im Herbst 2017 sorgte eine Studie mit Daten des Entomologischen Vereins Krefeld für Aufsehen: Ehrenamtliche Insektenkundler*innen konnten durch langjährige Feldforschung belegen, dass die Menge der Insekten, die an 60 Orten vor allem im Rheinland in ihre Netze flogen, binnen 27 Jahren um etwa drei Viertel zurückgegangen ist.

Zu den Ursachen des Rückgangs zählen Expert*innen zum Beispiel Biotopverluste bei Pflanzen aufgrund erhöhten Stickstoffgehalts in Böden, Zerstückelung der Landschaft und Pestizideinsatz. Als weitere Ursachen werden Klimawandel, Monokulturen in der Landwirtschaft und die geringe Anzahl von Hecken und Randstreifen auf Feldern genannt.

Das Thema ist nicht nur eine Frage des Artenschutzes. Wenn die Fluginsekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Blumen und Bäume werden weniger bestäubt und insektenfressende Tiere wie Vögel, Fledermäuse, Amphibien und Kleinsäuger haben Probleme bei der Nahrungssuche. Nicht zuletzt steht auch unsere Nahrungsmittelversorgung auf dem Spiel.

Die NaturFreunde Nordrhein-Westfalen wollen in Kooperation mit Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Initiativen über das Insektensterben informieren und praktische Aktionen zum Insektenschutz durchführen. Geplant sind unter anderem eine Multiplikator*innen-Ausbildung zum Thema Biodiversität, ein Praxisleitfaden für NaturFreunde-Ortsgruppen, Workshop-Angebote für Schulen sowie Bildungskonzepte für Naturfreundehäuser.

Gefödert wird das zweijährige Projekt durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.